Dyskalkulie Zahlenhaufen schmal 1500x300

Da Ergotherapeut*innen nur die mathematischen Fähigkeiten im Vorschulalter fördern, entschied ich mich für die zusätzliche Ausbildung zur Diplomierten Dyskalkulietrainerin, um auch Kindern im Schulalter beim Erlenen des Rechnens unterstützen zu können.

Hat Ihr Volksschulkind Schwierigkeiten beim Rechnen?

Sie können sich gerne telefonisch bei mir melden! Gemeinsam können wir besprechen, ob ein Dyskalkulietraining sinnvoll wäre.

Diplomierte Dyskalkulietrainer*innen fördern die Rechenkompetenzen von Kindern mit Dyskalkulie oder Rechenschwäche.

Eine Dyskalkulie ist angeboren und hängt nicht mit den schulischen Bedingungen oder der Intelligenz des Kindes zusammen. Kinder (und Erwachsene) mit Dyskalkulie nehmen Zahlen und Symbole anders wahr als andere Menschen: Sie haben sogenannte “differente Sinneswahrnehmungen”. Eine Dyskalkulie kann nicht “wegtrainiert” werden, sondern bleibt ein Leben lang bestehen. Allerdings können durch ein entsprechendes Training weitreichende Erfolge erzielt und der Alltag dadurch erleichtert werden.
Neben dem Training der mathematischen Fertigkeiten dyskalkuler Kinder, muss unbedingt auch eine Förderung der betroffenen differenten Sinneswahrnehmungen stattfinden. Betroffen können sein:

–   Optische Differenzierung (= visuelle Unterscheidung)
–   Optische Serialität (= visuelle Reihenbildung)
–   Optisches Gedächtnis (= visuelle Merkfähigkeit)
–   Akustische Differenzierung (= auditive Unterscheidung)
–   Akustische Serialität (=auditive Reihenbildung)
–   Akustisches Gedächtnis (=auditive Merkfähigkeit)
–   Raumorientierung (= räumlich-visuelle Wahrnehmung)
–   Körperschema ( = Körperwahrnehmung)

Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeit beim Rechnen.

Eine Rechenschwäche ist im Gegensatz dazu nicht genetisch bedingt, sondern erworben. Die Ursachen einer Rechenschwäche sind vielfältig. Es können zum Beispiel Konzentrationsschwierigkeiten, eine Intelligenzminderung, eine allgemeine Entwicklungsverzögerung, (unentdeckte) Hör- oder Sehprobleme, Sprachstörungen oder schädigende Ereignisse vor oder während der Geburt (z.B. Sauerstoffmangel) die Entwicklung einer Rechenschwäche verursachen oder begünstigen. Auch einschneidende Erlebnisse im Leben eines Kindes oder ungünstige schulische Bedingungen können eine vorübergehende Rechenschwäche hervorrufen.
Die Therapie einer Rechenschwäche sollte neben dem Einbeziehen notwendiger Gesundheitsberufe (z.B. Psychotherapeut*innen bei Verhaltensauffälligkeiten, Augenarzt/-ärztin bei Sehproblemen) als Training des Rechnens und dafür notwendiger Vorläuferfertigkeiten erfolgen.

Wenn Ihr Kind dauerhaft größere Schwierigkeiten beim Rechnen hat als seine Klassenkolleg*innen, wenn es auch in der 2. Klasse noch seine Finger zum Rechnen benötigt, wenn es eine große Unlust beim Rechnen zeigt oder wenn es Gelerntes schnell vergisst, könnte es sein, dass es eine Dyskalkulie oder Rechenschwäche hat. Dyskalkulietrainer*innen führen Anamnesegespräche und Begutachtungen durch. Dadurch kann auch zwischen einer (angeborenen) Dyskalkulie und einer (erworbenen) Rechenschwäche unterschieden werden.

Am Ende der 2. Schulstufe kann zwischen einer Dyskalkulie und Rechenschwäche unterschieden werden.

Sichtbar ist beides jedoch meist bereits ab Schuleintritt. Auch Erstklässler*innen werden häufig zum Dyskalkulietraining geschickt. Je früher Schwierigkeiten erkannt und abgefangen werden, desto besser.

Risikofaktoren für eine Dyskalkulie können sogar bereits ab etwa 4 Jahren entdeckt werden. Dazu zählen vor allem Schwierigkeiten in der Sinneswahrnehmung.

Davon abgesehen gibt es einige mathematische Vorläuferfertigkeiten, die im Vorschulalter von allen Kindern verstanden werden sollten. Sie sind die Grundlage für den Schulstoff der ersten Klasse. Dazu gehört beispielsweise das korrekte vorwärts und rückwärts Zählen bis 10, ein Mengenverständnis der Zahlen, das Erkennen der Würfelbilder und Strategien um Mengen vergleichen zu können. Ergotherapeut*innen und Dyskalkulietrainer*innen können diese Fähigkeiten begutachten und bei Bedarf fördern.

Bei Kindern mit Dyskalkulie werden beim Training einerseits die Rechenfertigkeiten gefördert und andererseits die betroffenen Sinneswahrnehmungsbereiche und die Aufmerksamkeit beim Rechnen trainiert oder Kompensationsstrategien erarbeitet.

Bei Kindern mit einer Rechenschwäche liegt der Schwerpunkt des Trainings auf den Rechenfertigkeiten.

Sowohl bei Kindern mit Dyskalkulie als auch bei jenen mit Rechenschwäche sollte das Training wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren Monaten stattfinden. Zudem sollte zu Hause nach Anleitung der/des Dyskalkulietrainers/in täglich für einige Minuten geübt werden.

Das Training erfolgt in jedem Fall individuell auf die Stärken und Schwächen des Kindes angepasst. Bei der Begutachtung am Anfang des Trainings werden die Bereiche des Rechnens, bei denen das Kind Schwierigkeiten hat analysiert und mittels verschiedener erfahrbarer Materialien daran gearbeitet: Als erster Schritt wird immer das notwendige Verständnis z.B. für die verschiedenen Rechenoperationen aufgebaut und als zweiter Schritt werden die häufig benötigten Zahlzerlegungen, Additionen, Multiplikationen etc. soweit geübt, dass sie automatisiert werden.

Wann immer möglich findet das Training in Form von Spielen und Entdeckeraufträgen statt. Das Kind soll Interesse und vielleicht sogar Freude am Rechnen (wieder)erlangen!